Neandertalerweg - auf den Spuren der Eiszeitjäger

Länge: ca. 11,5 km
Dauer: 3,5-4 Stunden
Start: Archäopark Vogelherd, Lindenau
oder Parkplatz Bocksteinhöhle
Schwierigkeit: leicht bis mittel
151 Höhenmeter Anstieg

GPS Daten zum Download

 

Die Vogelherdhöhle, der Hohlenstein und die Bocksteinhöhle sind für Ihre einzigartigen archäologischen Funde heute weltberühmt: in diesen Höhlen wurden die ältesten figürlichen Kunstwerke der Menschheit entdeckt. Sie waren Zufluchtsort und Lagerstätte der frühen Menschen. Schon die Neandertaler vor 70.000 Jahren zogen sich in die Höhlen des Lonetals zurück, um dort Schutz vor Wetter und Feinden zu finden. Für den frühen Menschen der Gattung Homo sapiens hatten sie wohl auch eine besondere mystische Bedeutung, dies belegen die eindrucksvollen Schnitzereien aus Mammutelfenbein, insbesondere der einzigartige Löwenmensch, eine übwe 30.000 Jahre alte Tier-Mensch-Figur, gefunden im Hohlenstein. Heute sind die Höhlen ein beliebtes Ausflugsziel, und man spürt dort noch immer den Atem und die Magie der urzeitlichen Ereignisse.

Lindenau – Neandertalerweg – Bannwald Grubenhau – Bockstein - Baumlehrpfad - Hohlenstein – Rahmenstein/Kochstein – Archäopark Vogelherd – Stetten o.L. - Lindenau

Ausgangspunkt: Rammingen – Lindenau, Parkplatz
Alternative Ausgangspunkte: Wanderparkplätze im Lonetal an der Kreisstraße Öllingen – Bissingen und an der Landesstraße Bissingen - Stetten

VORSICHT: bei nasser Witterung Vorsicht auf den rutschigen Pfaden am Bockstein

Ausführliche Beschreibung

Ein Besuch des Geopark-Infopunktes „Höhle des Löwenmenschen“ vor der Wanderung ist wegen der Hintergrundinformationen, die dort angeboten werden, sehr sinnvoll, obwohl unterwegs mehrere Infotafeln den Wanderer aufklären.

Der Neandertalerweg beginnt am Waldrand nördlich von Lindenau und ist mit einem freundlichen Neandertaler markiert. Vom Waldparkplatz in westlicher Richtung, immer in der Nähe des Waldrandes, zunächst auf einem Naturpfad, dann auf einem Schotterweg, der dann rechts in den Wald hinein führt.

Gleich nach der Doline rechterhand am Beginn des Lehrpfades der 50 verschiedenen Baum- und Straucharten, der von der Ulmer Waldorfschule in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung errichtet wurde, biegen wir auf der Schotterwegkreuzung links ab und erreichen bald den Bannwald Grubenhau. Hier rechts auf dem Waldweg Richtung Norden und dann nach Westen, einen Schotterweg querend und schließlich hinunter ins Lonetal, wo wir am Waldrand auf den Lonetalweg treffen. Am Waldrand entlang nach rechts bis zur Bockstein-Infotafel.

Auf rutschigem Pfad hinauf zur Bocksteinschmiede und zur großen Bocksteinhöhle. Die Begehung der Bocksteinhöhle ist gefährlich, da das Höhlendach sehr instabil geworden ist, eine Folge des Sturmes Lothar an Weihnachten 1999, als tief im Fels wurzelnde Bäume umgeworfen wurden. Hinter der Bockstein-Schutzhütte führt ein Fußpfad in den Wald zum Rand einer ehemaligen Schafweide (geschützter Biotop, FFH-Gebiet und Waldschutzgebiet). Hier nach rechts auf einen Grasweg, der schließlich auf einen breiten Schotterweg mündet. Hier links bis zum Baumlehrpfad.

Bald nach den Mammutbäumen führt linkerhand ein Waldweg, der später zum Hohlweg wird, an einer großen Doline vorbei hinunter zum Hohlenstein. Mehrere Infotafeln klären über eine der wichtigsten Steinzeitfundstätten der Erde auf. In der linken Höhle, im Hohlenstein-Stadel, wurde nicht nur der Höhlenmensch gefunden sondern auch der einzige Neandertalerknochen Südwestdeutschlands und viele andere wichtige Zeugnisse der Steinzeit. Ein wahres Steinzeit-Bestiarium wurde in der rechten Höhle, der Bärenhöhle entdeckt. Beide Höhlen sind zum Schutz vor Raubgrabungen verschlossen.

Danach geht es am Waldrand entlang talabwärts bis zum Rahmenstein. Hier auf die andere Talseite zum Radweg queren und auf diesem zum nächsten Steinzeit-Höhepunkt, dem Vogelherd, Fundort der berühmten Tierfiguren aus Elfenbein. Hier klären nicht nur Infotafeln auf. Im Archäopark können Originalfunde wie das kleine Mammut bestaunt werden und im Freigelände kann Steinzeit ganz praktisch erfahren werden.

Parallel zur Straße, später am Waldrand entlang gehen wir Richtung Stetten ob Lonetal, um den Friedhof herum, die Treppen hoch und gleich rechts zu Schloss und Wallfahrtskirche, später auf der Oberdorfstraße zum „Rittergut“ Stettener Keller. Unser kleiner Neandertaler führt uns jetzt zusammen mit dem  des Hauptwanderwegs 2 des Albvereins auf der Kastanienallee hinunter zur Straße, nach Westen zum Waldrand und hier links entlang und schließlich durch den Wald. Den HW 2 verlassend bleiben wir am Waldrand und gehen nach Westen, nur eine Ackerbucht abkürzend bis zum Weg vom Hohlenstein nach Lindenau. Kurz vorher können wir rechts im Wald, so lange keine Vegetation alles verdeckt, die römischen Gebäudereste und die Quelle im Lehenhölzle suchen. Krönender Abschluss ist die Einkehr in Lindenau.

Abkürzung: Vom Hohlenstein direkt nach Lindenau zurück.